Merkmal: Intelligentes Üben

Üben dient dem Automatisieren, Vertiefen und Transfer des Gelernten. Nach Meyer sind Übungsphasen dann intelligent gestaltet, „wenn

  1. ausreichend oft und im richtigen Rhythmus geübt wird,
  2. die Übungsaufgaben passgenau zum Lernstand formuliert werden,
  3. die Schüler/innen Übungskompetenz entwickeln und richtige Lernstrategien nutzen,
  4. die Lehrer/innen gezielte Hilfestellungen beim Üben geben.“

(Meyer, 2004, S.104f).

Praktische Beispiele dazu aus den MNI-Projekten:
Lernreise

Die so genannte „Lernreise“ im Innovationsprojekt (Gross, 2005) kann hier als intensives und wertvolles Beispiel für kooperatives Lernen genannt werden:
 „[Die Lernreise] ist eine Unterrichtsmethode zum Üben und Festigen von Kompetenzen wie Sachkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz.

Ablauf: Einteilung in Vierergruppen
Je 2 Schüler/innen einer Gruppe erhalten die gleichen Arbeitsanweisungen zur Bearbeitung ihres Gruppenthemas. Sie halten die Arbeitsergebnisse schriftlich fest (Einzelarbeit).

  • In Partnerarbeit tauschen die Partner mit dem gleichen Arbeitsauftrag ihre Antworten zum Thema aus, ergänzen bzw. korrigieren ihre Arbeiten.
  • Die vier Schüler/innen einer Gruppe treffen sich und es stellt jeder die Antworten des Partners vor. Gemeinsam diskutieren sie die Ergebnisse. Im Anschluss daran arbeiten sie an der Präsentation ihres Themas – es erfolgt eine graphische und schriftliche Darstellung (Postergestaltung).

Präsentation der Themen:

  • Die Poster werden in der Klasse angebracht. Innerhalb jeder Gruppe erhält jede Schülerin / jeder Schüler eine Nummer- 1, 2, 3 oder 4.
  • Danach bilden alle Einser eine Gruppe, alle Zweier, alle Dreier, alle Vierer. Jede Gruppe geht zu einem Poster und der zu diesem Poster Gehörende stellt sein Thema vor, beantwortet Fragen dazu etc. Danach geht die Gruppe zum nächsten Poster weiter und es erfolgt derselbe Ablauf.
  • Im Anschluss an die Lernreise schreiben alle SchülerInnen mit Hilfe der Poster eine Zusammenfassung der einzelnen Themen bzw. arbeiten nach Merkblättern, die von den jeweiligen Gruppen erstellt worden sind.

Durch wiederholtes Vortragen des jeweiligen sachinhaltlichen Wissens kann mit dieser Methode hohe Sachkompetenz erreicht werden. Gleichzeitig kommt es zum Üben von Methodenkompetenz (Vortrag, Erklärung, gezielte Fragestellung, Zusammenfassen von Texten, Auswerten von Texten, Anwenden von Kreativität) und Sozialkompetenz. Wir haben im Laufe unserer „Lernreise“ ein Lerntagebuch geführt, um es als Diagnoseinstrument für die weitere Unterrichtsarbeit verwenden zu können. Durch persönliche Reflexion erhalten die Schüler/innen Feedback zu ihrem Leistungsstatus und die Lehrer/innen eine klarere Basis für Rückkoppelung ihrer Arbeit.“ (Gross, 2005, S.17)